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Musik

Fred De Palma, ein Leben im Reggaeton-Rhythmus: „Unico“ erscheint

„Unico“, sein neuestes Album, ist ein weltweiter Erfolg mit schwindelerregenden Zahlen. Wir haben Federico Palana, Künstlername Fred De Palma, interviewt.
Fred De Palma, ein Leben im Reggaeton-Rhythmus: „Unico“ erscheint
September 20, 2021
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Fred De Palma, ein Leben im Reggaeton-Rhythmus: „Unico“ erscheint

Vor dem uns gewährten Interview mit dem Sänger Fred De Palma schickte uns seine Plattenfirma Warner Music einige Zahlen, um den Erfolg seiner jüngsten Hits wie „Un altro ballo“ und „Ti raggiungerò“ zu verdeutlichen: 6 Alben, 4 Millionen Hörerinnen und Hörer auf Spotify (davon 67'000 allein in der Schweiz), 2 Millionen Streams für das Album in der Schweiz, bestätigt durch die Auszeichnung mit der Goldenen und der Platin-Schallplatte in Italien. So ergibt sich ganz von selbst die erste Frage an Federico Palana, Künstlername Fred De Palma.

Federico, wenn man dein Stück Margiela hört, stellst du deinen Erfolg vor all jenen zur Schau, die wenig an dich und an deine Musik glaubten, und betonst, dass du nie an der Leine warst. Können wir angesichts dieser Zahlen sagen, dass du dein Ziel erreicht hast? „In Wirklichkeit erreicht man das Ziel nie, vor allem nicht in Zahlen. Es gibt viele andere Dinge, die mir den Ansporn geben und immer geben werden, mich zu übertreffen. In Margiela sprach ich von einer Phase vor dieser, als mir das fehlende Wissen über das Genre Reggaeton in Italien einige Hindernisse bereitete. Es ist noch immer ein Genre, das per Definition mit leichten Sommerliedern verbunden wird, aber ‚meine Schlacht‘ besteht darin, es zu etablieren, um ihm den richtigen Stellenwert in der weltweiten Musiklandschaft zu geben, 365 Tage im Jahr.“

Cover „Unico“, das neue Album von Fred De Palma
„Unico“, das neue Album von Fred De Palma

Wird das Genre Reggaeton also dein einziger Glaube bleiben? „Mir würde es gefallen, wenn mein Stil, mein Markenzeichen, mit dieser Art von Sound verbunden bliebe, aber ich weiss nicht, was mich in Zukunft erwartet, und es ist nicht gesagt, dass ich mich nicht von anderen Genres beeinflussen lasse. Ein Künstler kann neue Musik erkunden, auch im Vergleich zu der Zeit, in der er seine Werke veröffentlicht, aber wichtig ist, dass er es mit einem Standard auf allerhöchstem Niveau tut.“

Apropos hohes Niveau: Ich möchte dich nach der Bedeutung eines Satzes fragen, den ich im Stück „Una volta ancora“ gehört habe, in dem du singst: „C'è chi guarda e impara, poi chi non guarda impera“. Was hat dich dazu bewogen, ihn zu schreiben? „Es ist ein Stück, das wahnsinnige Zahlen erreicht hat (7 Platin-Schallplatten), in dem ich etwas völlig anderes ausprobiert hatte als das, was in jener Zeit musikalisch angeboten wurde. Der Satz ist die Bestätigung, dass man manchmal, wenn man sich nicht dem Genre des Moments anpasst, nicht kopiert, sondern etwas wagt, trotzdem gewinnen kann. Indem man herrscht, kurz gesagt!“

Gloria Bressan interviewt Fred De Palma

Kommen wir zurück zu deinen jüngsten Hits. Die Aufrufe der Videos von „Un altro ballo“ mit Anitta übersteigen 23 Millionen, mit Kommentaren (vor allem auf Portugiesisch), die sich in einem einzigen Satz zusammenfassen lassen: „Que chimica!“ „Sagen wir, das Publikum von Anitta ist riesig, und es war ein schönes Featuring, weil wir seit langem befreundet sind, und so entsteht die perfekte Performance zwischen zwei Künstlern. Dasselbe gilt für Ana Mena. Wer zuhört, spürt natürlich, dass es eine echte Verbindung gibt. Das ist etwas anderes, als die Dinge am Reissbrett zu machen; es liegt mir nicht, ein Feat nur zu ersinnen, um einen Teil des Publikums zufriedenzustellen.“

Daran anknüpfend: Nimmst du uns die Neugier, wie diese Feats (also diese Kollaborationen) entstehen? „Was mich betrifft, so entstehen sie immer aus meinen Ideen. Ich verfolge Anitta seit mehreren Jahren und habe immer davon geträumt, mit ihr zusammenzuarbeiten. Als ich sie kennenlernte, entstand eine Freundschaft und eine wichtige musikalische Verbindung, und folglich war es ein natürlicher Weg, all jene ins Projekt einzubeziehen, die auf allen Ebenen mit uns zusammenarbeiten. Es gibt nichts Künstliches.“

Bleiben wir beim Thema, benennen die Feats aber in das um, was im letzten Jahrhundert „Duette“ genannt wurde. Wie ist deine Meinung zu den generationenübergreifenden Kollaborationen (mit Orietta Berti oder Ornella Vanoni), die letzten Sommer so grossen Erfolg hatten? Schmälern die objektiv ikonischen Stimmen dieser Künstlerinnen nicht die anderen in den Stücken? „Bestimmte Künstler wie Fedez oder Achille Lauro brauchen keine Wiedererkennbarkeit, weil sie bereits auf hohem Niveau sind, aber ich glaube, dass die Ideen für Kollaborationen manchmal gerade dazu dienen, den Song zu optimieren, und in diesem Fall hat eine ikonische Stimme das Stück selbst maximal perfektioniert. Dasselbe gilt für das Feat mit Vanoni. Das musikalische Ego dessen, der den Song geschrieben hat, wurde allein zum Wohl des Liedes beiseitegelegt, und so ist es richtig und anerkennenswert. Die Stücke gefallen mir. Ich ziehe es ehrlich gesagt vor, vielleicht wenig bekannte Künstler einzubeziehen, um zu versuchen, ein völlig innovatives Projekt zu schaffen, aber es ist unbestreitbar, dass diese generationenübergreifenden Kollaborationen funktionieren; ich verstehe ihren Weg, und sie sind angenehm. Passt schon.“

Fred De Palma auf Tournee 2022 in Mailand, Rom und Neapel
Fred De Palma auf Tournee 2022 in Mailand, Rom und Neapel

Federico, unter den Anfragen, die uns deine Fans stellten, als Tuttoitalia die Nachricht vom heutigen Interview verbreitete, gab es einige, die gefragt haben, wann sie dich wieder in der Schweiz und insbesondere in Basel sehen können. Oder mit Anitta in Zürich? „Vor der Pandemie bin ich sehr viel aufgetreten, ich war ständig unterwegs, sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland. Jetzt hoffe ich, wie alle, dass dieser Albtraum endet und wir wieder den direkten Kontakt zum Publikum haben können, den wir Künstler und alle unsere Mitarbeitenden dringend brauchen.  Wenn wir es mit Anitta organisieren können, würde ich sehr gern in Zürich auftreten, das wäre fantastisch. Natürlich hoffe ich, so bald wie möglich auch nach Basel zu kommen, um euch einen guten Sound im Reggaeton-Rhythmus hören zu lassen!“

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