
Unter denjenigen, die in der Schweiz leben und arbeiten, haben viele auch eine Tätigkeit in Italien: eine Gesellschaft, eine Niederlassung, einen Familienbetrieb mit jenseits der Grenze angestellten Mitarbeitenden. Wenn das auf Sie zutrifft, lassen Sie höchstwahrscheinlich einen Vorteil ungenutzt, einfach weil kaum jemand weiss, dass man ihn nutzen kann.
Jeden Monat zahlt ein italienisches Unternehmen mit Angestellten von Gesetzes wegen 0,30 % der Löhne an die INPS. Es handelt sich um einen Pflichtbeitrag für die Weiterbildung der Arbeitnehmenden. Der Punkt ist: Wird dieser Anteil nicht an einen interprofessionellen Fonds geleitet, bleibt er in einem staatlichen Topf liegen und fliesst nie ins Unternehmen zurück.
Es gibt jedoch eine Möglichkeit, ihn zurückzuholen: die paritätischen interprofessionellen Fonds (Fondi Paritetici Interprofessionali). Es sind Einrichtungen, die 2003 mit dem Gesetz 388/2000 entstanden sind und von der ANPAL beaufsichtigt werden. Sie erlauben es dem Unternehmen, jene 0,30 % ohne zusätzliche Kosten in finanzierte Weiterbildungskurse für die eigenen Mitarbeitenden umzuwandeln. Eine nützliche Klarstellung: Gemeint sind die in Italien angestellten Mitarbeitenden, für die das Unternehmen die INPS-Beiträge zahlt, nicht das in der Schweiz tätige Personal.
Der Beitritt zu einem Fonds, zum Beispiel Formazienda oder Fonarcom, ist kostenlos, freiwillig und jederzeit widerrufbar. Er erfolgt mit einem einfachen Vermerk in der monatlichen Beitragsmeldung, die der Arbeitsberater ohnehin jeden Monat einreicht, und erfordert weder einen Wechsel des Beraters noch der Lohnsoftware. Nach dem Beitritt kann das Unternehmen die angesparten Beträge für Kurse in digitalen Kompetenzen, Verkauf, Sprachen, Sicherheit, Soft Skills oder massgeschneiderte Programme nutzen, im Präsenzunterricht oder online.
Der Wert hängt von der Zahl der Mitarbeitenden und den Löhnen ab und wird jedes Jahr neu angespart: Wer ihn nicht nutzt, verliert ihn. Für ein Unternehmen mit rund fünfzehn Mitarbeitenden geht es um einige Tausend Euro pro Jahr, Beträge, die ab fünfzig Mitarbeitenden erheblich werden.
In der Schweiz zu leben ist kein Hindernis. Den operativen Teil, vom Beitritt über die Kursplanung bis zur Durchführung und Abrechnung, übernehmen spezialisierte Anbieter wie Formazione Dipendenti, die sich direkt mit dem Arbeitsberater des Unternehmens in Italien abstimmen. Dem Inhaber bleiben, auch aus der Ferne, nur wenige Unterschriften und die Teilnehmerliste.
Um zu erfahren, wie viel die 0,30 % des eigenen Unternehmens wert sind, kann man auf der Website formazione-dipendenti.it eine kostenlose Prüfung anfordern.