Enrico BrignanoLa Grazia al cinema
Pubblicità
Tuttoitalia Logo web
Kino

Jetzt im Kino „Il Colibrì“, das enthüllte Leben eines Verlierers

Il Colibrì: das enthüllte Leben eines Verlierers. Der Roman Il Colibrì von Sandro Veronesi ist zu einem Film von Francesca Archibugi geworden, mit Pierfrancesco Favino in der Hauptrolle, der das Wunder vollbringt, das Wesen einer Figur zu erfassen und sie noch bewegender zu machen. Ab dem 7. September im Kino in der Schweiz
Jetzt im Kino „Il Colibrì“, das enthüllte Leben eines Verlierers
August 31, 2023
INSERISCI-QUI-IL-CAMPO-DATA INSERISCI-QUI-AUTORE-NOME INSERISCI-QUI-DATA-AGGIORNAMENTO-OPZIONALE
Jetzt im Kino „Il Colibrì“, das enthüllte Leben eines Verlierers

Il Colibrì: das enthüllte Leben eines Verlierers

Derzeit in den Kinos der Deutschschweiz zu sehen, ist der Film von Francesca Archibugi mit Pierfrancesco Favino in der Hauptrolle von entwaffnender Intensität.

Entwaffnend wegen der zweifellos nötigen Konzentration, die das Publikum aufbringen muss, um die fortlaufenden Sprünge in Raum und Zeit zu verstehen, die zwar anfangs verwirren, im Verlauf des Films aber bestens wahrgenommen und geschätzt werden, vor allem in den Schlussteilen, in denen sich alles geradlinig zusammenfügt. Der Film ist ein Konzentrat von Leben, in dem der unterschiedliche Zugang offengelegt wird, den jeder Mensch zum Leben zu zweit, zur Liebe, zum Tod und zum äussersten Leid hat. Dieser Film, nach dem Roman von Sandro  Veronesi (Premio Strega), hat absolut nichts Banales an sich, auch wenn die gezeigten Dynamiken bereits in unzähligen Filmen behandelt worden sind. Aber was gibt es im Grunde Interessanteres, als sich zum Teil  in diesen Erfahrungen wiederzuerkennen?

Die Geschichte des Arztes Marco Carrara, von der Mutter wegen seines zierlichen Körperbaus „il colibrì“ genannt, der später dank fragwürdiger Aufbaumethoden nach den Rezepten des Vaters kräftig wurde, beginnt in seiner Kindheit und zieht sich bis ans Ende eines von Schmerz, Verliebtheit, Verrat und Desillusionen geprägten Lebens. Favino bringt eine Figur auf die Leinwand, die uns zunächst stört, weil sie keine Stellung bezieht, weil sie die Wirklichkeit nicht ansieht und sie einfach erleidet, weil sie das eigene Leben beschneidet und stillsteht. Doch genau hier bringt uns die Regie von Francesca  Archibugi, reich an Details, die eben diese Trägheit der Dinge in Erinnerung rufen, dazu, die Unbeweglichkeit neu zu bewerten: als schlichte Konsequenz, als Ehrlichkeit und sicherlich als eine Zerbrechlichkeit, die beim Zuschauer Empathie erzeugt.  Während sich das Mosaik nach und nach zusammenfügt, entdecken wir, wie kostbar dieser Stillstand ist, wenn es darum geht, den Widrigkeiten des Lebens standzuhalten. Plötzlich nehmen wir Marco nicht mehr als Unfähigen wahr, der nicht zu reagieren weiss, sondern sehen ihn vielmehr als einen Mann voller Liebe und fähig zu einer unglaublichen Widerstandskraft.

Favino nimmt uns dank einer grossartigen darstellerischen Leistung mit von den Ferien am Meer in den Siebzigerjahren in eine unmittelbare Zukunft und folgt dabei den Liebeswirren und dem Unglück, das das Leben eines Mannes streift, der beständig platonisch in eine französische Nachbarin des Ferienhauses am Meer verliebt ist, am Ende aber eine andere Frau heiratet und den Blitzen ausweicht, die ihn streifen und Bekannte und Menschen mit sich nehmen, die einerseits die Gesamtheit seiner Zuneigungen bilden und zugleich den Ursprung seiner Neurosen.

Il Colibrì kommt in die Schweizer Kinos

Die Besetzung mit Nanni Moretti als Psychiater, mit Kasia Smutniak als neurotischer Ehefrau, mit der in solchen Rollen stets überzeugenden Laura Morante und auch mit einer kleinen, paradoxen Rolle von Massimo Ceccherini vervollständigt und bereichert die Darbietung von Pierfrancesco Favino. Der Höhepunkt des Films ist mit Sicherheit der Monolog von Doktor Carrara über das umgekehrt proportionale Gefühl, sich in der Praxis als Gewinner zu fühlen, während man moralisch verfällt: eine interessante Sicht darauf, wie das Leben gelebt werden sollte, indem man die eigenen Fehler und die eigene Kleinlichkeit eingesteht, was zum Nachdenken über die Prioritäten des Lebens selbst anregt.

Der Film endet damit, dass wir den Protagonisten lieben, der einen bewundernswerten Mut beweist und das ganze Publikum in einer bewegten Anerkennung vereint. Das Schlusslied  „Caro amore lontanissimo“, gesungen von Marco Mengoni, ist der perfekte Abschluss für diesen Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Galleria foto

Publicité
Pubblicità
Advertising
Werbung

Continua con la lettura

Read on

Weitere News lesen

Continuer à lire