
Es gibt eine Sache, die NEK besser kann als jeder andere: mit den Menschen in Kontakt treten. Nicht nur mit der Stimme, nicht nur mit den Songs, sondern mit dieser authentischen Präsenz, dieser seltenen Fähigkeit, jede Person im Saal fühlen zu lassen, als würde sie etwas Persönliches, Intimes, Eigenes erleben. Und so war es auch dieses Mal, in der Schweiz, an zwei Abenden, die Spuren hinterlassen haben.
Samstag, 11. April / X-Tra, Zürich
Die erste Etappe war Zürich, im X-Tra, einer der beliebtesten Venues der Zürcher Live-Szene. Ein Raum, der auch dann intim sein kann, wenn er voll ist, und an jenem Abend war er voll. Das italienische Publikum der Stadt, aber nicht nur, antwortete mit überwältigender Begeisterung, füllte den Saal und verwandelte jeden Song in einen kollektiven Chor.
NEK liess das Beste einer sehr langen Karriere Revue passieren, die eines Künstlers, der seit 1992 das Leben der Italienerinnen und Italiener mit Songs begleitet, die Teil der emotionalen Landschaft ganzer Generationen geworden sind. Laura non c'è, Lascia che io vada, Se io non avessi te, Almeno stavolta: Jeder von der Bühne angekündigte Titel löste sofortige Reaktionen aus, als würde dieses Stück jedem auf eine andere, persönliche Weise gehören. Denn das ist die Gabe von NEK: Songs zu schreiben, die sich wie deine eigenen Erinnerungen anfühlen. Auf der Bühne zeigte sich Filippo Neviani einmal mehr als kompletter Künstler, Gitarre, Stimme, Energie, fähig, sich mit Natürlichkeit zwischen den zartesten Balladen und den rhythmischeren Stücken zu bewegen, ohne je diesen direkten Draht zu verlieren, der ihn mit denen verbindet, die ihm zusehen.
Die Fotos des Zürcher Konzerts, aufgenommen von Mario Parisi, findest du hier: Zur Fotogalerie von Zürich

Sonntag, 12. April / Bierhübeli, Bern
Am Tag darauf war NEK bereits in Bern. Das Bierhübeli, historisches Lokal der Schweizer Hauptstadt, mit dieser warmen, familiären Atmosphäre, die es einzigartig macht, empfing einen zweiten, ebenso intensiven Abend. Das noch intimere Klima der Berner Venue trug dazu bei, eine noch direktere Verbindung zwischen Künstler und Publikum zu schaffen, fast ein musikalisches Zwiegespräch.
Wer NEK an beiden Terminen folgte, und es gab solche, konnte sehen, wie jedes Konzert seine eigene Seele hat, seinen eigenen Rhythmus, seine unwiederholbaren Momente. Dieselbe Setlist, gewiss, aber andere Emotionen, denn das Live-Erlebnis lässt sich nie wirklich wiederholen. Die italienische Community in der Schweiz, die in diesen Jahren gelernt hat, von der Präsenz grosser italienischer Künstler im Land wenig zu erwarten, hatte dieses Mal ihr Wochenende. Und was für eines.
Die Fotos des Berner Konzerts findest du hier: Zu den Fotos von NEK in Bern
NEK, dreissig Jahre und kein bisschen müde
Filippo Neviani debütierte sehr jung und hat nie aufgehört. Über die Jahrzehnte hat er es verstanden, sich neu zu erfinden, ohne sich selbst zu verraten, und dabei eine künstlerische und menschliche Kohärenz bewahrt, die das Publikum weiterhin erkennt und belohnt. Diese beiden Schweizer Konzerte sind die Bestätigung: Es braucht keine grossen Stadien, um zu verstehen, welche Klasse er hat. Manchmal genügen ein voller Saal, eine Gitarre und diese unverwechselbare Stimme.
An alle, die dabei waren: Danke, dass ihr die Emotion mit uns geteilt habt. An alle, die nicht dabei waren: Behaltet tuttoitalia.ch im Auge. Wenn NEK zurückkommt, erfahrt ihr es von uns zuerst.