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Antonello Venditti kommt für ein Konzert nach Zürich

„Ich singe mein Rom in Zürich“: Antonello Venditti plaudert mit Tuttoitalia. Interview von Gloria Bressan
Antonello Venditti kommt für ein Konzert nach Zürich
March 21, 2022
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Antonello Venditti kommt für ein Konzert nach Zürich

Die Videos, die er auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht, zeigen sein Rom, jenes von Trastevere. Sie zeigen sein Zuhause, seinen persönlichen Zufluchtsort. Und sie zeigen die Zuneigung, die die Fans für den römischsten aller Sänger empfinden: Antonello Venditti plaudert ein wenig mit Tuttoitalia.

Antonello, du bist in den sozialen Medien aktiv geworden: Ist das eine Art, die Zuneigung zu bewahren, die du bei deinen Live-Konzerten stets erntest?
Ja, aber das bin ich schon lange, es gefällt mir, es macht mir Spass, mein Leben zu veröffentlichen. Ich benutze Facebook seit mehreren Jahren als mein persönliches Tagebuch und habe Instagram für die offizielleren Botschaften. Ich liebe diese Art von Beziehung, mein Publikum sind meine Freunde, ich nehme sie in mein Leben auf, in mein Zuhause, mit Vertrautheit. Ich mache spontane Livestreams, die im Moment mit Spontaneität und Anteilnahme eingefangen werden.

Du singst seit '85 „Ci vorrebbe un amico“, und auf dieser Tour bringst und triffst du viele Freunde, nicht wahr?
In Wahrheit sind die Freunde sowohl auf der Bühne, wie meine Kollegen, als auch vor der Bühne, wo sie am Konzert teilnehmen. Es sind Leute, die mir folgen und die in meinem Alter sind, aber ich betrachte sie immer als junge Leute. Diese Tour war ein Erfolg, das Projekt begann in Verona, wurde aber mit verschiedenen weiteren Terminen fortgesetzt und nun auch im Ausland, ich bin überglücklich.
Ich habe die Leute meines Alters zurück zu den Konzerten gebracht. Für die Menschen meiner Generation ist die Musik in den achtziger Jahren stehengeblieben: Wir hatten die Siebzigjährigen bei den Konzerten verloren, ich hingegen habe sie zurückgewonnen. Ausserdem hatte ich immer ein jüngeres Publikum, so werden die Konzerte nun generationenübergreifend, das ist wunderschön.

Du hast Rom auf viele Arten erzählt, während einige Künstler mit Nostalgie von einem Rom sprechen, das es nicht mehr gibt (wie es Carlo Verdone im vergangenen September im Interview mit Tuttoitalia tat). Kannst du uns bestätigen, dass „im Herzen Roms noch immer ein Herz schlägt“?
Carlo ist ein Melancholiker wie alle grossen Komiker! Aber das Herz, das versichere ich dir, ist immer da. Rom ist ewig wie seine Probleme. Doch seine Probleme liegen in den Augen dessen, der es betrachtet. Heute scheint eine wunderbare Sonne, man muss nur hinausschauen und die Schönheit sehen. Rom ist das Spiegelbild derer, die es leben, es verstärkt die Traurigkeit, aber auch die Freude. Das Problem Roms ist, dass es besser gepflegt werden müsste. Im Grunde hatten wir die Schlaglöcher schon immer. Meine Lieder sind das Wesen Roms als Idee universeller Schönheit, aber auch als Unbehagen. „Roma capoccia“… ja, aber „Del mondo infame“… es gibt immer einen Zusammenprall, die Ungerechtigkeiten sind in Rom ungerechter, die Schlaglöcher tiefer, alles wird verstärkt, verstehst du?

Wie würdest du hingegen einem Achtzehnjährigen die Reise erklären, die du und De Gregori in „Bomba o non Bomba?“ erzählt habt?
Ich glaube, es gibt wenig zu erklären. Ich würde mir wünschen, dass sie sich über jene historische Zeit informieren, aber ohne den Anspruch, etwas lehren zu wollen. Weisst du, das Schöne an meiner Sprache ist, dass man sie oberflächlich betrachten, aber auch analysieren und verschiedene Bedeutungen entdecken kann, deshalb ist sie immer aktuell. Die Menschen denken, dass es in der Musik eine Antwort gibt, dabei müssen die Lieder lehren, sich Fragen zu stellen, Zweifel zu wecken, ständige Zweifel. Nimm „Notte prima degli esami“: jede Strophe ist ein Film, sie verdient es, vorgestellt zu werden, und die Stärke der Musik liegt darin, für jeden zugänglich und anpassbar zu sein. Vielleicht kann ich dann während des Konzerts in Zürich erzählen, wer die Protagonisten dieses Liedes sind und wie wir es in jener Zeit erlebt haben…

Was die Bedeutung deiner Sprache betrifft, hast du zahlreiche Preise für deine Poetik erhalten…
Man hat mich sogar zum Accademico del Belli ernannt, aber ich habe dem immer wenig Gewicht beigemessen; ich habe mich darüber gefreut, aber ich habe Trophäen nie geliebt. Meine Mutter hatte sie ausgestellt, sie war stolz darauf. Die Bedeutung mancher poetischer Strophen, auf die du dich beziehst, ändert sich je nach den Zeiten, die man durchlebt, und wer weiss, wie viele wir davon noch hören werden… mich interessiert die Zukunft, die Vergangenheit kenne ich bereits. In jeder Zeit scheinbarer Verwirrung, wie in der, die wir gerade durchleben, denke ich gern, dass Momente grosser Kreativität entstehen. Man muss die richtigen Augen haben, die Semantik ist grundlegend, und mir geht es gut in diesen Zeiten!
Sicherlich werden wir während des Konzerts in Zürich seine Lieder singen und sie uns mehr zu eigen machen, und wir werden alle ein wenig sein Rom lieben.

Vorverkauf

Antonello Venditti
Sonntag, 3. April 2022, 20.00 Uhr
Theater 11, Zürich
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