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Interview mit Paolo Conte in Zürich. „Meine Fans und ich sind keine Snobs“

Anlässlich seines Konzerts in Zürich gewährt der Maestro Tuttoitalia.ch ein Interview. Was ist ein Maestro? Es ist eine der höchsten Fähigkeiten dessen, der kraft seines einzigartigen Wissens oder Könnens es verdient, eine Ikone und ein Vorbild zu sein, dem man folgt. Im Bereich der Musik sind vollständige Künstler, die man so bezeichnen kann, selten, doch zweifellos ist Paolo Conte einer der Maestri schlechthin.
Interview mit Paolo Conte in Zürich. „Meine Fans und ich sind keine Snobs“
May 19, 2016
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Interview mit Paolo Conte in Zürich. „Meine Fans und ich sind keine Snobs“

Autor erfolgreicher Melodien wie „Vieni via con me“, „Bartali“ oder „Genova per noi“, ist er vor allem ein virtuoser Jazzmusiker und hat in seiner Laufbahn der Geschichte unvergängliche Lieder geschenkt, die von den grossen Namen der italienischen Musik zum Erfolg geführt wurden, wie „Azzurro“, gesungen von Adriano Celentano.

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Wir treffen ihn vor seinem ausverkauften Konzert im Kongresshaus in Zürich. Sein Blick ist der eines Weisen, bereit einzuschätzen, wen er vor sich hat. Seine Verfügbarkeit und Freundlichkeit sind die der grossen Profis. Die Neugier, die aus ihm spricht, zeigt jene Experimentierfreude, die mit fast 80 Jahren noch nicht erloschen ist. Die Europatournee, die er bestreitet, ist anspruchsvoll, aber „ich liebe mein Publikum zu sehr - gesteht uns der Künstler - um mich ihm nicht ganz hinzugeben. Im Vergleich zu früher haben wir an eine Tournee mit weniger Terminen gedacht, auch um mich nicht allzu sehr zu ermüden - er lächelt. Das Ergebnis ist eine restriktivere und wohlüberlegte Wahl für ein feinfühligeres Publikum.

Paolo Conte stellt uns seine neueste Sammlung von Stücken aus dem Album „Snob“ vor, doch auf der Suche nach einer Begründung für diesen Titel beruhigt er uns mit dem Hinweis, dass „weder ich noch mein Publikum als solche bezeichnet werden können, denn mein Genre ist keine Nischenmusik, sondern ein Jazz, der einem breiteren Publikum angepasst ist, das auch die Volksmusik liebt. Ich bin kein Snob - betont er - ich habe mich immer gern als Dandy bezeichnet, was ein sehr anderes Adjektiv ist“, und entschieden feiner. In der heutigen Musiklandschaft gilt der Maestro als Mythos.
Ganz von selbst stellt sich uns die Frage nach dem Verhältnis zwischen den Jungen und der Musik aus seiner Sicht. „Den neuen Generationen - sagt der Künstler - würde ich einige meiner Stücke vorspielen, die ich als reif und strukturiert bezeichnen könnte, gerade um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich mit Texten und Noten auseinanderzusetzen, die ihnen vielleicht fremd sind, sie aber dennoch neugierig machen können“. Wir dürfen seine Liebe zum südamerikanischen Sound nicht vergessen, den er sich angeeignet hat, und er bestätigt sie uns erneut mit einer Mischung aus Unschuld und Sinnlichkeit, die er elegant in seinen nostalgischen Musikstil einfügt. Während des angenehmen Gesprächs verweilen wir bei der Geschichte der italienischen Musik und insbesondere bei jenem Zauber, den uns die Autoren der 60er- oder 70er-Jahre schenkten und der nun verloren scheint. „Es waren magische Momente - erzählt er - in denen das Aufblühen musikalischer Meisterwerke von der Kultur und vor allem vom gesellschaftlichen Aufbruch jener Jahre getragen wurde. Es sind unwiederholbare historische Zeiten, und bis heute sehe ich ehrlich gesagt nicht die Hoffnung, dass einer der modernen Liedermacher das Erbe jener Generation vollständig antreten könnte“.

Die Zeit, die uns der Maestro gewidmet hat, ist fast vorbei, doch Paolo Conte gönnt sich noch einige Minuten, um mit Interesse den leidenschaftlichen Gruss eines seiner grossen Verehrer entgegenzunehmen, der in Zürich lebt, Francesco Stomeo. Ein grosser Musikkenner und Schallplattensammler schenkt ihm kleine Einblicke in sein Leben, in dem die Musik des Maestros ein ständiger und magischer Hintergrund war. Der Künstler ist erfreut und neugierig, er lächelt verschmitzt, weil er einen Verehrer der ersten Stunde seiner Musik getroffen hat, der Conte das Versprechen abringt, ihn erneut in seinem geliebten Salento hören zu dürfen, einem Land absoluter und sonnendurchfluteter Inspiration. Es ist an der Zeit, dem Zürcher Publikum zu gefallen: Der Vorhang öffnet sich, die Instrumente der hervorragenden Musiker sind gestimmt, die Finger streifen bereits das Klavier, und der Zauber beginnt.

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